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Holzfenster sind die teuerste und pflegeintensivste Fensteroption – und trotzdem die beliebteste Wahl für Menschen, die Wert auf natürliche Materialien, Langlebigkeit und ein unverwechselbares Erscheinungsbild legen. Wer sich für Holzfenster entscheidet, trifft keine Kompromissentscheidung. Er wählt bewusst ein Material, das bei richtiger Pflege 50 Jahre und länger hält – und mit der Zeit eher schöner als schlechter wird.

Zwei Grundtypen: Holzfenster und Holz-Alu-Fenster

Moderne Holzfenster gibt es in zwei Hauptvarianten. Klassische Holzfenster bestehen vollständig aus Holz – innen und außen. Sie sind günstiger, erfordern aber regelmäßige Pflege der Außenfläche alle 5–10 Jahre. Holz-Alu-Fenster haben innen einen Holzrahmen und außen eine aufgeclipste Aluminiumschale. Die Alu-Außenschale schützt das Holz dauerhaft vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung – der Wartungsaufwand sinkt auf ein Minimum.

EigenschaftHolzfensterHolz-Alu-Fenster
AußenmaterialHolz (lackiert/lasiert)Aluminium (pulverbeschichtet)
InnenmaterialHolzHolz
Wartungsaufwand außenAlle 5–10 Jahre streichenMinimal
WitterungsbeständigkeitGut bei regelmäßiger PflegeSehr hoch
Lebensdauer30–50 Jahre50+ Jahre
Farbwahl außenLasur- und LackfarbenGesamte RAL/NCS-Palette
Preisniveau€€€€€€
Holzfenster vs. Holz-Alu-Fenster im Vergleich

Für denkmalgeschützte Gebäude gibt es eine dritte Variante: Denkmalschutzfenster reproduzieren historische Profile originalgetreu – mit modernen Verglasungen und zeitgemäßer Dämmung hinter einer traditionellen Optik.

Konstruktion: Warum schichtverleimtes Holz, nicht Massivholz

Massivholz arbeitet – es dehnt sich bei Feuchtigkeit aus und zieht sich bei Trockenheit zusammen. In einem Fensterrahmen führt das zu Rissen in der Lackschicht und langfristig zu Undichtigkeiten. Deshalb werden moderne Holzfenster aus schichtverleimtem Holz gefertigt: Mehrere Lamellen werden mit kreuzweise versetzten Fasern unter hohem Druck verklebt. Das Ergebnis ist ein dimensionsstabiler Rahmen, der auf Feuchtigkeitsschwankungen kaum reagiert.

Die Holzfeuchtigkeit beim Verleimen liegt bei 10–12 %. Verwendete Klebstoffe sind Polyurethan (PU) oder Melaminharz – beide wasserfest und langzeitstabil. Nach dem Aushärten werden die Profile gefräst, geschliffen und lackiert.

Holzarten: Was die Wahl wirklich beeinflusst

Die vier gängigsten Holzarten für Fenster unterscheiden sich in Optik, Dichte und Dämmverhalten – aber weniger stark als oft angenommen. Der entscheidende Faktor für die Wärmedämmung ist die Rahmenkonstruktion und die Verglasung, nicht die Holzart.

HolzartRohdichte (kg/m³)λ-Wert (W/mK)Charakter
Fichte450–5000,11Hell, gleichmäßige Maserung, skandinavisch
Kiefer500–5500,12Hell-gelblich, klassisch, vielseitig
Meranti600–6500,14Rötlich-braun, wellige Maserung, exotisch
Eiche700–7500,16Warme Brauntöne, markante Jahresringe, Premium
Wärmedämmeigenschaften und Charakter der Holzarten

Fichte und Kiefer dämmen am besten – ihre geringere Dichte macht sie zu guten Wärmedämmern. Eiche ist dichter, härter und widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung, dämmt aber etwas schlechter. Meranti liegt dazwischen und überzeugt durch seine ungewöhnliche Optik unter transparentem Lack. Die Wahl hängt letztlich mehr von Ästhetik und Budget ab als von Dämmwerten.

Technische Parameter

Wärmedämmung (Uw-Wert)

Tabelle zur Darstellung einer sehr guten Wärmedämmung – Wärmedurchgangskoeffizient Uw bei Holzfenstern.

Der Uw-Wert hängt direkt von der Rahmentiefe ab. Typische Werte:

RahmentiefeUw-WertGeeignet für
68 mm~1,3–1,4 W/m²KSanierung älterer Gebäude
80 mm~1,0–1,2 W/m²KStandard-Neubau
92 mm~0,8–1,0 W/m²KEnergieeffizienzhaus, KfW-Standard
Uw-Werte nach Rahmentiefe

Verglasung

Standard ist heute Dreifachverglasung mit Ug-Wert 0,5–0,7 W/m²K und Edelgasfüllung (Argon oder Krypton). Optional sind Antireflex-, UV-Schutz- und einbruchhemmende Verglasungen (Sicherheitsklassen P2 bis P4) erhältlich.

Schalldämmung

Dank der natürlichen Schalldämmeigenschaften von Holz und hochwertigen EPDM-Dichtungen erreichen Holzfenster Schalldämmwerte von Rw 32–42 dB – je nach Rahmentiefe und Verglasung. Für Gebäude an stark befahrenen Straßen sind schalldämmende Verglasungen mit bis zu Rw 45 dB verfügbar.

Lackoberflächen: Was wirklich schützt

Die Lackoberfläche entscheidet darüber, wie lange ein Holzfenster ohne Nachbehandlung auskommt. Der entscheidende Faktor ist der Pigmentgehalt – nicht die Farbe.

LacktypUV-SchutzWartungsintervallHolzmaserung sichtbar
Klarlasur (farblos)GeringAlle 3–5 JahreVollständig
Transparente Lasur (pigmentiert)GutAlle 7–10 JahreJa
Halbdeckende LasurSehr gutAlle 7–10 JahreTeilweise
Decklack (RAL/NCS)MaximalAlle 10+ JahreNein
Lacktypen und ihre Schutzeigenschaften

Klarlasur ist die am häufigsten gewählte Option – und die wartungsintensivste. Ohne Pigment dringen UV-Strahlen tief ins Holz ein und beschleunigen den Abbau der Oberfläche. Wer den natürlichen Charakter des Holzes sehen will, aber weniger Wartungsaufwand bevorzugt, ist mit einer transparenten pigmentierten Lasur besser bedient.

Holzfenster aus unserer Produktion

Mit transparenter Klarlasur

Mit deckender Farbbeschichtung

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Zusätzliche Ausstattung

Holzfenster lassen sich mit einer Reihe von Optionen ausstatten, die Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz erhöhen: einbruchhemmende VSG-Verglasung (P4/P5), Sonnenschutz- und Schalldämmglas (bis Rw 45 dB), Alarmsensoren (Magnetkontakt, Glasbruch, Vibration) mit Smart-Home-Integration, verdeckte Beschläge für minimalistische Optik, abschließbare Griffe, Beschläge mit Mikroventilation sowie Holz- oder Aluminiumwasserschenkel. Bei Holz-Alu-Fenstern ist die Außenschale in der gesamten RAL- und NCS-Palette erhältlich.

Farben und Dekore unserer Holzfenster

Lackierprozess – so entsteht die Schutzschicht

Der Lackierprozess läuft in vier Phasen ab: Schleifen der Rohoberfläche, Imprägnierung gegen Schimmel und Pilzbefall, Grundierungslack zur Haftvermittlung, abschließend ein oder mehrere Decklackschichten. Bei Premium-Fenstern werden wasserbasierte Lacke mit niedrigem Lösungsmittelgehalt verwendet – umweltfreundlich und langzeitstabil.

Pflege: Was Holzfenster wirklich brauchen

Holzfenster sind pflegebedürftiger als PVC oder Aluminium – aber nicht so aufwendig wie ihr Ruf. Die wichtigsten Maßnahmen:

MaßnahmeIntervallWarum
Rahmen reinigen2× jährlichSchmutz beschleunigt Lackabbau
Lackschicht kontrollieren1× jährlichRisse frühzeitig erkennen und ausbessern
Dichtungen pflegen1× jährlichSilikonspray oder Glycerinmittel gegen Aushärten
Beschläge ölen und einstellen1× jährlichLeichtgängigkeit und Dichtigkeitserhalt
Lackschicht erneuernJe nach Lacktyp 3–10 JahreSchutz vor Feuchtigkeit und UV
Pflegeplan für Holzfenster

Häufige Fragen

Lohnen sich Holzfenster im Neubau?

Ja – wenn Ihnen natürliche Materialien, Optik und Langlebigkeit wichtig sind und Sie bereit sind, die Mehrkosten gegenüber PVC zu tragen. Wer den Wartungsaufwand minimieren will, wählt Holz-Alu.

Kann man Holzfenster in feuchten Räumen einbauen?

Ja, mit der richtigen Oberflächenbehandlung und ausreichender Lüftung. Entscheidend ist, dass die Lackschicht intakt bleibt und Kondenswasser am Glas nicht dauerhaft auf dem Rahmen steht.

Wie lange halten Holzfenster?

Bei regelmäßiger Pflege 40–50 Jahre, Holz-Alu-Fenster noch länger. Die Beschläge und Dichtungen müssen nach 15–20 Jahren geprüft und gegebenenfalls erneuert werden.

Welche Holzart ist die beste?

Für Standard-Wohnhäuser: Kiefer oder Fichte – gute Dämmwerte, günstiger Preis. Für Premium-Optik: Eiche oder Meranti. Der Unterschied in der Wärmedämmung zwischen den Holzarten ist in der Praxis vernachlässigbar.


Sie planen Holzfenster oder möchten wissen, ob Holz-Alu für Ihr Projekt die bessere Wahl ist? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie zu Holzart, Rahmentiefe, Verglasung und Montage.

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